Gesellschaft α

nach „Animal Farm“ von George Orwell Theatergruppe des Gymnasiums Gars Theaterlehrer: Inga Hauser und Stephan Jahn

Die Jury zur Begründung ihrer Auswahl

George Orwells Animal Farm stand Pate für die Szenen dieses Stücks, die den Zuschauer mit hinein nehmen in Grunderfahrungen von Diktatur und Unterdrückung. Das körperlich und sprachlich intensive Spiel der überwiegend jungen Spieler*innen verdeutlicht, wie nachvollziehbar wirkungsvoll (politische) Gewaltakte in altersentsprechender Form theatral thematisiert werden können. Immer wieder fordert die Inszenierung den Zuschauer zum Miterleben heraus.

Ausgehend von der Erfahrung, dass gerade junge und unerfahrene Spielerinnen und Spieler über Übungen zum Status relativ rasch zu einem authentischen Spiel finden und sich so mancher AhEffekt zur Überraschung aller er- gibt, haben wir in diesem Schuljahr, das einen großen Umbruch in der Theatergruppe mit sich brachte, recht bald begonnen, das Gefälle zwischen Macht und Ohnmacht zu erkunden und uns daran zu probieren. Der Weg war dann nicht weit, dass wir uns entschieden haben, etwas genau zu diesem Thema zu machen. Schnell war auch klar, dass Macht immer etwas mit Gewalt zu tun hat, und bei den Proben war es immer spannend, sich an die entsprechenden körperlichen Ausdrucksformen heranzutasten und die dabei entstehenden Gefühle auszuloten. Beim Theaterworkshop, der uns immer ca. vier Wochen vor der Aufführung für zweieinhalb Tage im puren Theatermodus versinken lässt, kam dann die Idee auf, dass George Orwells „Farm der Tiere“ doch genau die richtige Geschichte zu dieser Thematik bietet. Interessiert hat uns daran weniger, dass sie als Parabel auf die stalinistische Machtpolitik gedacht war, auch nicht, dass es Tiere sind, die George Orwell zu Protagonisten seines Romans macht. Für uns war es wichtig zu erkunden, wie sich Macht zeigt, wie sie sich mit mehr oder weniger subtilen oder auch brutalen Methoden durchsetzt und was mit denen passiert, die Macht ertragen müssen. Unsere Gruppe besteht aus Schülerinnen und Schülern von der 7. bis zur 11. Klasse. Wir setzen vor allem auf Körperarbeit, der Text entsteht beim Erarbeiten der Szenen und Requisiten sind immer Teil des Spiels. Die Verteilung der Rollen ergibt sich während der Proben, ebenso wie die Auswahl der Musik. Was am Ende herauskommt, ist nicht langfristig geplant, sondern Resultat eines dynamischen und durchaus unvorhersehbaren Prozesses.